Die Sehnsucht nach dem Fliegen
Geht es dir auch so, dass du im Moment überall Umbruch wahrnimmst?
Dinge, die immer sicher schienen, geraten in Bewegung. Beziehungen verändern sich. Menschen verändern sich. Arbeit, Gesellschaft, Werte... Selbst manche Konstanten fühlen sich plötzlich nicht mehr konstant an.
Und irgendwann bleibt dieses Chaos nicht mehr draußen.
Es beginnt, Fragen in uns zu stellen.
Ist das, was ich tue, eigentlich noch richtig? Will ich das überhaupt noch? Sind die Ziele, denen ich seit Jahren folge, wirklich noch meine Ziele? Und sind diese Ziele noch wichtig? Und wer bin ich, wenn die Rollen und die Ziele über die ich mich definiert habe, plötzlich an Bedeutung verlieren?
Das kann zutiefst verunsichern.
Doch vielleicht bedeutet es gar nicht, dass alles, was wir bisher getan haben, sinnlos war. Vielleicht verändert sich unsere innere Motivation. Unsere Wahrnehmung. Das, woran wir unser Leben ausrichten.
Vielleicht erinnert uns das Chaos im Außen daran, wieder mehr auf uns, in uns und um uns zu hören.
Stell dir vor, du sitzt in einem Käfig.
Eigentlich ist er ganz komfortabel. Es gibt Nahrung, ein Nest, ein wenig Platz und sogar einen Spiegel, damit du nicht vergisst, wer du bist. Du kennst jede Stange, jeden Winkel. Und ab und zu kommt jemand vorbei, klopft von außen gegen den Käfig und schenkt dir Aufmerksamkeit.
Eigentlich fehlt dir nichts.
Oder?
Denn wenn du genauer hinschaust, entdeckst du etwas:
Die kleine Tür des Käfigs steht offen.
Manchmal blickst du hinaus. Und da ist diese Sehnsucht.
Doch gleich darauf kommen die Gedanken: Was erwartet mich dort draußen? Dort müsste ich selbst Nahrung suchen, mir ein Nest bauen und aufpassen, denn dort draußen gibt es große Vögel und keine Gitterstäbe, die mich schützen.
Also bleibst du.
Schließlich hast du hier doch alles.
Fast alles.
Denn eines kannst du in diesem Käfig nicht:
fliegen.
Du kannst von einer Stange zur anderen hüpfen. Vielleicht kannst du sogar kurz mit den Flügeln schlagen. Dabei hast du beinahe vergessen, wofür deine Flügel da sind und wie es sich anfühlt frei zu fliegen.
Vielleicht haben wir irgendwann in unserem Leben etwas Ähnliches getan.
Weil Dinge geschehen sind, die wehgetan haben, haben wir Freiheit gegen Sicherheit getauscht. Wir haben Rollen übernommen, Erwartungen erfüllt, Verantwortung getragen und gelernt, wie wir sein müssen, damit unser Leben möglichst berechenbar bleibt.
Der Käfig war einmal Schutz. Vielleicht haben wir ihn damals sogar gebraucht.
Doch irgendwann kann aus einem Schutzraum ein Gefängnis werden, ohne dass wir bemerken, wann das eine aufgehört und das andere begonnen hat.
Und trotzdem ist da etwas in uns, das sich erinnert.
Eine Sehnsucht. Manchmal taucht sie nachts auf, in unseren Träumen. Oder in diesen kurzen Momenten, in denen wir spüren, dass da noch mehr sein müsste.
Mehr Leben. Mehr Weite. Mehr von uns selbst.
Vielleicht möchte uns das Chaos gar nicht sagen, dass alles falsch ist.
Vielleicht fragt es nur:
Brauchst du diesen Käfig noch?
Denn wenn wir irgendwann durch die offene Tür gehen und unsere Flügel wieder ausbreiten, geschieht etwas Erstaunliches.
Wir müssen das Fliegen nicht neu lernen.
Etwas in uns erinnert sich.
Und mit dem ersten Abheben verändert sich unser Blick. Plötzlich ändert sich die Perspektive, wir sehen wir den Käfig von oben. Wir sehen, wie klein er eigentlich war. Und manches, das darin riesengroß erschien, wird aus dieser Perspektive ganz klein.
Vielleicht nehmen uns Umbrüche gar nicht unser Leben.
Vielleicht nehmen sie uns nur die Vorstellung davon, wie unser Leben sein müsste.
Und plötzlich entsteht Raum.
Raum die Frage, was wir wirklich wollen. Für das, was längst in uns wartet. Für unsere Flügel.
Und vielleicht merken wir dann hoch oben, mitten in dieser ungewohnten Weite:
Wir sind gar nicht weggeflogen.
Wir sind zurückgekehrt.
Zurück zu dem, was wir längst waren, bevor wir glaubten, uns schützen zu müssen.
Zurück zu uns.
Du möchtest deinen Käfig einmal von außen betrachten?
„Mehr Leben, als du ahnst“ vom 27.–29. November.
Vielleicht geht es gar nicht darum, ein anderes Leben zu führen. Vielleicht geht es darum, wieder mehr von deinem eigenen darin zu entdecken.
Alle Infos und Anmeldung:https://www.tomundalex.com/event-details






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