Coming back to life
- Tom & Alex

- 1. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt Momente, in denen wir plötzlich erkennen, wie eng die Welt geworden ist, die wir uns selbst gebaut haben. Nicht die äußere Welt, sondern jene innere Welt, die aus alten Verletzungen und stillen Schwüren entstanden ist. Damals, als wir enttäuscht, verlassen oder zurückgewiesen wurden, haben wir im Verborgenen beschlossen: „Das soll mir nie wieder passieren.“
Und so begannen wir, unsichtbare Mauern zu errichten. Stein um Stein, Schutzschicht um Schutzschicht. Diese Mauern schienen uns Sicherheit zu geben, doch sie raubten uns zugleich unsere Freiheit. Denn sie hielten nicht nur Schmerz fern, sondern auch Lebendigkeit, Nähe und Freude.
Was wir damals nicht sahen: Wir haben uns nicht vor den Menschen geschützt, sondern vor unseren eigenen Gefühlen. Wir wollten das Zittern im Innern nicht mehr spüren, die Scham, die Ohnmacht, die Wut. Und so wurde die Lebendigkeit gedämpft, wie ein Licht, das hinter dicken Vorhängen kaum mehr scheint.
Wenn wir heute beginnen, uns diesen alten, verstaubten Wunden zuzuwenden, verändert sich alles. Wir lassen zu, dass die lange verdrängten Gefühle noch einmal durch uns hindurchfließen, und wir entdecken: Sie sind nur Gefühle. Sie wollen nichts zerstören, sie wollen gefühlt werden und heilen.
Heilung geschieht nicht durch Vergessen, sondern durch tiefes Verstehen. Und letztlich durch Verzeihen. Nicht, um das Geschehene kleinzureden, sondern um uns selbst zu befreien. Denn solange wir in Schuldzuweisungen gefangen sind, bleibt die Vergangenheit lebendig und bindet unsere Kraft.
Mit jedem Schritt des Verstehens lösen sich die engen Weltanschauungen, die damals in Schmerz geboren wurden. Die Mauern, die uns beschützen sollten, beginnen zu bröckeln. Und plötzlich zeigt sich eine Weite, ein Leben, das wir fast schon vergessen hatten.
Wir brauchen keine Kompensationen mehr, keinen Ersatz für die fehlende Lebendigkeit. Denn das, was nun wartet, ist größer: eine Freiheit, die nicht aus Abgrenzung geboren ist, sondern aus der Bereitschaft, wieder ganz zu fühlen. Eine Leichtigkeit, die aus dem Vertrauen wächst, dass das Leben nicht gegen uns geschieht sondern für uns.
Dann erkennen wir: Jede Trennung war nur eine Einladung, zurückzukehren in die Verbundenheit. Und mit jeder Wunde, die heilt, öffnet sich das Tor zu einem Leben, das uns nicht klein hält, sondern weit macht. Ein Leben im Hier und Jetzt.




Kommentare